Muster

Ohne Wiederholung kein Muster.  Von einem Muster spricht man, wenn immer wieder etwas Gleiches oder Ähnliches zur Anwendung kommt. Es  kann  sich um ein Bild oder ein Blatt handeln, auf dem sich gleiche oder ähnliche Figuren immer aneinanderreihen und ein Muster ergeben.

Was aber wird wiederholt? Wenn ein einfaches Dreieck immer wieder in verschiedenen Stellungen aneinandergereiht wird, entsteht ein Muster. Es wiederholt sich das Dreieck als Form, allerdings nur, weil es in einem bestimmten Rhythmus, aneinandergereiht wurde (einmal die Spitze nach oben, einmal die lange Seite nach unten etc.) Es wird eine Form nach bestimmten Regeln wiederholt „gesetzt“. Hinzu kommt:  auch die Form muss produziert werden, und auch dies geschieht nach klaren Regeln.

Insich ein stabiles Muster

Schicht für Schicht geregelt ,© Viktor Mildenberger/www.PIXELIO.de

Ergebnis und Prozess – beide sind abhängig von Regeln

Was abstrakt klingt, bedeutet praktisch nur so viel: Das Muster ist einerseits ein Ergebnis, in dem eine gewisse  Gleichförmigkeit (Regelmäßigkeit) enthalten ist.

Andererseits entsteht diese Regelmäßigkeit durch Aktivitäten,  die wiederum Regelmäßigkeiten enthalten.

Einem Muster liegen Regelmäßigkeiten im Entstehungsprozess zugrunde. Es gibt auslösende Momente und Folgewirkungen, die wiederum andere Momente auslösen, die Folgewirkungen haben etc. Allerdings wiederholt sich diese Kette ab einem bestimmten Punkt, und der Prozess beginnt von vorn. Muster enthalten damit immer sog. „Feedback-Schleifen“. Muster sind Ensembles von Feedback-Schleifen!

Muster oder Kopie

Muster, die durch Selbstorganisation entstehen, unterscheiden sich von „maschinellen“ Mustern, wobei man bei letzterem durchaus auch von „Kopien“ der einzelnen Elemente sprechen kann, die immer wieder aneinandergereiht sind.

Schon das handwerkliche Muster, nach einem klaren Plan gefertigt und deshalb nicht selbstorganisiert, ist zumeist nie vollkommen identisch (siehe z.B. Ornamente oder Mosaike in historischen Bauwerken)

Sind Menschen oder natürliche Prozesse im Spiel, haben wir es immer mit Selbstorganisation zu tun, und damit mit einer „ungeplanten“ Regelmäßigkeit.

Musterwahrnehmung

Menschen nehmen nach Mustern wahr, sie handeln danach und die lernen auch genauso. Dies geschieht sowohl bei einzelnen Menschen als auch im Zusammenspiel zwischen Menschen (Gruppen, Organisationen, Gesellschaften). Die grundlegende Struktur der Musterbildung folgt der gleichen Logik wie bei der Schwarmbildung (Gleich-Anders) erläutert.

Praxisbeispiele

In der Praxis der Arbeitswelt begegnen uns immerfort „Muster“: Wir und die Anderen handeln danach. Wir und die Anderen bilden gemeinsame Muster.
Die interessanten Muster sind dann diejenigen, die nicht aufgeschrieben sind (etwa im QM-Handbuch), sondern die „unbewusst“ sind.

Jede Organisation wird ihre eigenen Muster ausbilden – manchmal sind Ähnlichkeiten und Unterschiede in Branchen und Arbeitsbereichen (IT, Versicherungswirtschaft, Fertigung, Entwicklung und Vertrieb) zu erkennen. Wer kennt nicht die Debatte um die Vertriebsangestellten, die sich nicht an Regeln halten wollen, im Konflikt mit den auf exakte Planbarkeit angewiesenen Fertigungsmitarbeitern. Manchmal wird dafür  auch der Begriff „Kultur“ verwendet.

Unsere Leistungen

Eine Herausforderung ist es, bedeutsame Muster zu erkennen, deutlich und bearbeitbar zu machen. Viele Muster können nur über Bilder und Metaphern diskutierbar gemacht werden. Sie sind zumeist auch nur flüchtig ins Bewusstsein aller zu rufen, z.B. in Workshops, in Organisationsaufstellungen, in Coaching-Gesprächen. Sie scheinen sich jeder Form der Visualisierung zu widersetzen. Sie werden immer nur hilfs- und ansatzweise „festgehalten“.

Eine besondere Variante der Sichtbarmachung sind auf Basis mathematischer Formeln und mithilfe des Computers in Graphiken erzeugte „Muster.“ Es entstehen skurile Gebilde – teilweise sehr hübsch anzusehen.

Mit  „System Dynamics“ ist ein Instrument entstanden, mit dem ebenfalls Muster deutlicht werden können. Dieses Instrument ist nur mit Hilfe von Computern zu nutzen. Der Aufbau von Feedbackschleifen und die erfolgende Simulation ermöglichen es, Muster „dauerhaft“ festzuhalten und diskutierbar zu machen.

Im Führungscoaching geht es u.a. auch darum, Muster zu erkennen und mit ihnen zu arbeiten. Ferner arbeiten wir im Bereich der Moderation daran, Muster zu verändern bzw. andere Muster einzuführen (z.B. in der Besprechungspraxis, in den Workshops etc.)

Last but not least sind die Problemlöseverfahren daran orientiert, problematische Anteile an Mustern zu erkennen und diese zu so verändern, dass eine Lösung möglich wird.