Schwarm

Jeder kennt den Vogelschwarm am Himmel, wenn der Herbst oder das Frühjahr gekommen ist, und auch die typischen Flugformationen. Vogel- und Fischschwärme haben heute „Konjunktur“.  Viele Eigenschaften, die Schwärme heute interessant macht, sind allerdings die der Selbstorganisation.

Was den Schwarm als Schwarm für uns interessant macht, ist, dass er eine rudimentäre Form der Selbstorganisation darstellt, an der sich die Regeln des Handelns der Individuen klar und eindeutig bemerkbar machen.

Diese Regeln lauten (u.a.):

  • Halte Dich immer in der Nähe Deines Gleichen auf, bewege Dich mit ihm und stoße nicht mit ihm zusammen
  • Weiche allen fremden Dingen aus, geh auf Distanz – es sei denn, es handelt sich um nutzbare und sichere Dinge oder Lebewesen (Landeplätze, Futter).
Schwarm
Schwarm im Roten Meer ,©Jörg Henkel Hamburg/www.PIXELIO.de

Der Schwarmteilnehmer trifft eine ganz fundamentale Entscheidung: Wer gehört zu mir und wer nicht? Dem einen folge ich, dem anderen weiche ich aus!! Etwas pointierter formuliert: Bist Du für mich oder gegen mich? Freund oder Feind?

In den meisten Beschreibungen des Schwarmverhaltens wird nun genau diese Unterscheidung übersehen.

Es gibt mich und die Anderen, wobei manche Andere mit mir gleich sind bzw. mir gleichen. Wir brauchen die Anderen, um uns selbst zu definieren und umgekehrt (siehe System).

Die Schwarmregeln sind somit nicht nur verantwortlich für den Schwarm und sein Verhalten, sondern auch für das Gegenteil: der Absonderung, der Unterscheidung, zugespitzt der Abspaltung. Sie bilden die Regel für den Zusammenhalt und für die Konkurrenz!

Praxisbeispiele

Beispiele aus der Praxis von Organisationen für die grundlegenden Schwarmregeln gibt es zuhauf:

  • wenn es im Team gut läuft, wollen alle dazu gehören
  • die Suche nach bestpractise und Benchmarks
  • der Gruppenegoismus von Teams oder Abteilungen, der die Zusammenarbeit erschwert
  • die Aufspaltung von Befürwortern und Gegnern bei Neuerungen oder umstrittenen Entscheidungen
  • die Ausrichtung der Mitarbeiter an einer Leitfigur (dem Chef), ebenso wie die Gegnerschaft.

Und egal, ob man sich zu den Gegnern oder Befürwortern zählt, man folgt den beiden Regeln: suche Deines Gleichen und flüchte vor dem Anderen!

Unsere Leistungen

In unseren Leistungen nutzen wir die Kenntnis der dem Schwarm zugrunde liegenden Logik immer: ebenso wie bei der Selbstorganisation können wir gar nicht anders. Dies trifft auf das Führungscoaching zu wie auf alle Formen von Workshops und Veranstaltungen, wo es gerade darauf ankommt, i.S. des systemischen Denkens die Gemeinschaft und die Gegengemeinschaft als Teil eines Ganzen zu sehen. Das Motto dabei lautet: jeder hat Recht und jeder hat Unrecht! Die Frage ist dann: Was ist das Dritte? Was ist das übergreifend Gemeinsame? Und das ist mehr als ein „fauler Kompromiss“ oder ein Waffenstillstand. Das ist immer ein großer Schritt nach vorn und Grundlage jeden Erfolges.