Systemisches Denken

Mit der Durchsetzung des Rationalismus in der Neuzeit trat in Europa und damit auch in der westlichen Welt das Denken in Beziehungen, Relationen und Wechselwirkungen ebenso wie die Betrachtung „des Ganzen“  in den Hintergrund. Die sog. naturwissenschaftlichen Methoden traten ihren Siegeszug an und bestimmen unser Denken und unsere Vorstellung vom Denken bis heute. Die Trennung der Wissenschaften in Einzeldisziplinen und Unterdisziplinen hatte eine ungeheure Spezialisierung zur Folge.

Die Spezialisierung, d.h. auch das bewusste Absehen von vielen – nicht allen! – Wechselwirkungen und gegenseitigen Beeinflussungen aus anderen Disziplinen, brachte einerseits einen enormen Produktivitätsfortschritt mit sich, andererseits zeichnet diese Art des Handelns für enorme Folgeschäden verantwortlich (von denen die Klimadebatte nur der globalste aller Aspekte ist.)

In den letzten 10-20 Jahren wird der Ruf nach einem veränderten Denken laut. Immer deutlicher werden Zusammenhänge von Wirkungen und Gegenwirkungen im Umweltbereich, in der globalen Wirtschafts- und Finanzpolitik bzw. im politischen Bereich allgemein.

Immer häufiger wird von Komplexität gesprochen und der Notwendigkeit eines anderen Zugangs zu komplexen Problemen. Dabei ist es ein Irrtum zu glauben, die alten Instrumente der Analyse und der Reduktion und Zerteilung von großen Zusammenhängen seien überflüssig. Sie sind genauso wenig überflüssig wie Instrumente der Faktorenanalyse u.a. Methoden. Sehr wahrscheinlich ist es hingegen, dass das Denken in wechselseitigen Zusammenhängen, in Feedbackschleifen, in Relationen etc. einen eigenen Platz neben den anderen Formen des Denkens bekommt.

Praxisbeispiele

Wer die Rendite in Geschäftsbereichen ausrechnen muss oder  wer eine Auftragsplanung im kleineren Maßstab durchführt, der benötigt keine Instrumente systemischen Denkens. Auch wenn  ein Mitarbeiter den Teamprozess stört, kann man ihn auswechseln, ohne eine aufwendige Analyse zu betreiben und  Teamentwicklungsmaßnahmen durchzuführen.

Tauchen in Folge aber Probleme bei anderen Mitarbeitern auf, kann es sein, dass das Symptom und nicht die Hintergründe behandelt wurden. Stößt am auf Probleme, die man mit herkömmlichen Methoden nicht mehr lösen kann, dann sind in den Organisationen systemische Tools angebracht.

Unsere Leistungen

Das gesamte System einzubeziehen und die globalen äußeren Anforderungen zu thematisieren ist ein mächtiger Hebel in einer Organisation. Dazu bedarf es spezieller Methoden (z.B. den Großgruppen), die dieser Aufgabe gewachsen sind bzw. für diesen Zweck „gebaut“ wurden. Gerade an den Großgruppen zeigt sich, dass systemisches Denken nicht eine akademische Übung ist, sondern gegossen in geeignete Instrumente, ein mächtiger Hebel der Veränderung und der Verankerung zugleich ist.

Handlungsmuster sind ohne systemisches Denken nicht zu erkennen, zu ergründen oder gar zu verändern. Hier wird man immer nur am Symptom ansetzen und dieses Symptom kurieren. Eine nachhaltige Veränderung wird nicht stattfinden. Deshalb bieten z.B.  Organisationsaufstellungen, die Arbeit mit Bildern oder mit System Dynamics Wege, um systemisches Denken in der Praxis wirksam werden zu lassen.