Komplexität

Komplex werden in der Alltagssprache alle diejenigen Probleme und Phänomene genannt, die nicht auf einen – und auch nicht auf den zweiten – Blick durchschaubar, sprich:  erklärbar sind.  Komplex drückt aus, dass wir etwas nicht verstehen. In der Fachsprache wird unter Komplexität auf den ersten Blick nichts Anderes verstanden. Beim näherem Hinsehen zeigen sich doch Unterschiede:

Einfach + Einfach = Komplex

In der Fachsprache geht man davon aus, dass sich komplexe Zusammenhänge aus Verknüpfungen von einfachen (Sub-)Systemen zusammensetzen und dass die Verknüpfung der Subsysteme  Komplexität erzeugt. Als Beispiel kann der Autoverkehr dienen: jedes einzelne Auto für sich ist im Verkehr leicht zu steuern, schwierig wird es, wenn viele, ja sehr viele Autos unterwegs sind und die Straßen verstopfen. Dann ist der Verkehr nicht mehr plan- und durchschaubar.

Komplexität

Komplexität beim Radfahren, ©ebewa/www.PIXELIO.de

Henne oder Ei?

Ein weiteres Merkmal von Komplexität ist die wechselseitige Abhängigkeit der Faktoren voneinander. Das heißt: es gibt keine eindeutige Ursache mehr für das Geschehen. Es ist so wie mit der Henne und dem Ei, niemand weiß mehr so recht, wer zuerst da war. Für die Planung und Steuerung im Rahmen komplexer Zusammenhänge ist das von fundamentaler Bedeutung: Autos verstopfen die Straßen, mehr Straßen produzieren mehr Verkehr – was ist zu tun? Unsere Welt ist voller solcher wechselseitigen Wirkungen – und deshalb gibt es oft keine eindeutigen, einfachen Lösungen, sondern es bedarf der Berücksichtigung vieler Seiten.

Ohne Plan und Zentrale

Ein letztes Merkmal komplexer Phänomene ist die Rolle der Dezentralität. Wenn viele Faktoren miteinander verbunden sind und sich wechselseitig bedingen, dann wird es schwer, eine zentrale Ursache oder Leitung auszumachen, die für das Geschehen verantwortlich zeichnet. Im Vogelschwarm oder im Ameisenhaufen ist es müßig, nach Führungsfiguren in unserem Sinne zu suchen. Es gibt sie nicht. Trotzdem haben wir es mit hochgradig organisierten und zugleich auf unterschiedliche Anforderungen flexibel reagierende Organisationen zu tun.

Praxisbeispiele

Ein Unternehmen ist ein komplexes Gebilde. Die Vorstellung der Komplexität unterscheidet sich von der einer Maschine. Würde ein Unternehmen wie eine Maschine funktionieren, wäre es in hohem Maße unflexibel und könnte nicht auf wechselnde Marktbedingungen und Kundenanforderungen reagieren. Oft  planen Unternehmen jedoch so, als könnten ihre Untereinheiten wie eine Maschine behandelt werden.

In den letzten Jahrzehnten hat sich in Bezug auf die Berücksichtigung von Flexibilität in der Fertigung (z.B.: in der Automobilindustrie) sehr viel verändert und auch das Outsourcing von Unternehmenseinheiten hat dazu geführt, losere Koppelungen in der Zusammenarbeit einzuführen.

Die Zunahme der Forderung nach kurzfristiger Flexibilität einerseits und mittelfristiger Planung andererseits hat dazu geführt, dass die Unternehmen mit der Herausforderung umgehen müssen, ein mehr an Dezentralität mit einer zentralen planvollen Führung zu realisieren.

Unsere Leistungen

Eine Zunahme an Anforderungen, die unter flexiblen Rahmenbedingungen zu erfüllen sind, bedarf auch neuer zusätzlicher  Instrumente und Sichtweisen. Mit unserem Angebot: Komplexe Probleme mit Hilfe von System Dynamics Methoden zu bearbeiten, bieten wir einen unmittelbaren Kundennutzen.

Unser Führungskonzept  bildet die Anforderungen nach einer Rahmensetzung und einem hohen Maß an Autonomie der Mitarbeiter ab.

.